Umstellung

ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015

Was ist neu und wie wird die Umstellung praktisch aussehen?

Die Tatsache, dass praktisch alle Kapitel der Norm(en) neu geordnet und von acht auf zehn erweitert wurden, wird zwangsläufig eine Neufassung der Systemdokumentation, sprich neuerdings "dokumentierte Information" mit sich bringen. Das bisher übliche Handbuch ist in der Revision in dieser Bezeichnung nicht mehr zu finden, doch im Endeffekt wird es auf das Gleiche hinauslaufen, Bestehendes und Bewährtes kann weiterhin verwendet werden. Erfreulicherweise gibt es noch mehr Freiheiten, wenn es um die Form der Dokumentation von Bestandteilen des Managementsystems geht. Auch deutlich weniger Notwendigkeit von Papier, die Digitalisierung von Information ist auch hier auf dem Vormarsch, was aus Sicht der Umwelt nur begrüßt werden kann.

Dem Umfeld eines Betriebes, sprich "Kontext", ein ganz neu eingeführter Begriff, wird nun mehr Aufmerksamkeit zu widmen sein. Die Begriffsdefinition der ISO 9001 zu Kontext lautet:
wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Kombination interner und externer Faktoren und Bedingungen, die eine Auswirkung auf die Vorgehensweise einer Organisation hinsichtlich ihrer Produkte, Dienstleistungen, Investitionen und interessierten Parteien haben. 

Um das wirklich zu verstehen, muss man sich auch die Definition von "interessierte Partei" näher ansehen:
Anspruchsgruppe, Person oder Organisation, die eine Entscheidung oder Tätigkeit beeinflussen kann, die davon beeinflusst sein kann, oder die sich davon beeinflusst fühlen kann. BEISPIEL: Kunden, Eigentümer, Personen in einer Organisation, Lieferanten, Bankiers, Vereinigungen, Partner oder die Gesellschaft, die Wettbewerber oder gegensätzliche Interessengruppen einschließen können.

Was das in der Praxis nun genau bedeutet, ist für jeden Betrieb individuell zu analysieren und wird sich unterschiedlich darstellen und auswirken.

Ein völlig neues Element der ISO 9001:2015 und 14001:2015 stellt die Forderung nach einem systematischen Umgang mit Risiken und Chancen dar. Unternehmen müssen zukünftig Risiken und Chancen identifizieren, analysieren, bewerten sowie Maßnahmen planen, umsetzen und ihre Wirksamkeit kontrollieren. Wie sie dies zu tun haben, legt die Norm allerdings nicht genau fest. Der risikobasierte Ansatz zieht sich durch mehrere Kapitel, wir sehen bei diesen Themen den größten Handlungsbedarf bei der Umstellung.

Ein weiteres Thema, das Veränderung und Neuerungen mit sich bringen wird, ist der Beschaffungsprozess, sowie ausgelagerte Prozesse oder Prozessschritte. Es wird je nach Branche und Natur eines Betriebes zu beurteilen sein, inwieweit neue oder zusätzliche Verfahrensanweisungen, Kontrollen o. Ä. einzuführen sind. In manchen Branchen könnten diese Forderungen einiges an Meraufwand mit sich bringen.

Im Bereich der Schulung und Kompetenz sprechen wir nun von einer Art Wissensmanagement, hier gab es einige Änderungen, die wir durchaus positiv für ein Unternehmen sehen. Betriebe werden dazu angehalten ihr Wissen, Know-How und auch die gesammelten Erfahrungen zu dokumentieren, vermitteln und aktualisieren. Der Freiraum ist hier groß, jedes Unternehmen kann daraus für sich den größten Nutzen ziehen.

In der Neufassung ist kein Qualitätsmanagement- bzw. Umweltmanagement-Beauftragter (QMB) mehr zu finden, die Verantwortung für das QM- bzw. UM-System liegt allein bei der obersten Leitung (OL), die die neue Norm offensichtlich mehr in die Pflicht nehmen will. Dafür werden den Unternehmen wieder mehr Freiheiten eingeräumt, die Verantwortung und Tätigkeiten zu delegieren, es ist auch wie in früheren Normfassungen wieder möglich, in diesem Bereich Funktionen auszulagern.

Neben den bisher angeführten wesentlichen Neuerungen gibt es noch eine Vielzahl von kleineren Änderungen, die sich je nach Betrieb oder Branche mehr oder weniger auswirken können. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die wesentlichen Bestandteile eines etablierten Systems erhalten bleiben werden, auch die gelebte Praxis im Alltag wird sich, wenn überhaupt, voraussichtlich nur geringfügig ändern.

Fazit

Die Umstellung eines Betriebes auf die neue Normversionen wird zwangsläufig mit einigem Aufwand, vor allem in der Dokumentation, verbunden sein. Einen etwas höheren Verwaltungsaufwand für die Systeme wird man eventuell in Zukunft ebenfalls einkalkulieren müssen. Es ist aber nicht damit zu rechnen, dass die Umstellung wesentliche Auswirkungen auf bewährte Abläufe haben wird, oder zu signifikanten Mehrkosten für den Betrieb des Managementsystems führt.

Positiv ist anzumerken, dass nun endlich eine einheitliche Struktur und Gliederung der Kapitel gefunden wurde, die sich nun sowohl in der ISO 9001 als auch der ISO 14001 wiederfindet und die in Zukunft bei allen Normen -wie der inzwischen bereits veröffentlichten ISO 45001- zur Anwendung kommen wird.

Lesen Sie mehr über die ISO 9001 und die ISO 14001

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